Weitere Behandlungsmöglichkeiten

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Neben Psychotherapie und Medikamenten gibt es noch weitere Behandlungsmöglichkeiten.

Lichttherapie

Die Wirksamkeit der Lichttherapie ist nur bei der kleinen Gruppe der "saisonal abhängigen Depressionen", den sogenannten Winterdepressionen, belegt. Wie der Name schon besagt, treten die Symptome überwiegend jahreszeitenabhängig in den Herbst- und Wintermonaten auf.

Während der Behandlung sitzt der Patient circa 30 bis 40 Minuten täglich nicht mehr als 80 Zentimeter entfernt von einer speziellen Lichtquelle. Voraussetzung sind dabei offene Augen. Nach bis zu drei Wochen kommt es bei sechs bis neun von zehn Betroffenen zu einer Besserung der Symptome. Die Behandlung sollte möglichst früh nach dem Aufstehen stattfinden. Allerdings geht die Wirkung relativ schnell verloren, weshalb die Lichttherapie den ganzen Herbst und Winter erfolgen sollte. Allerdings übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Lichttherapie nicht.

Schlafentzugstherapie beziehungsweise Wachtherapie

Viele depressive Patienten leiden unter Schlafstörungen. Zwar verstärkt der gestörte Schlaf die Depression zum einen, zum anderen kann sich ein vorübergehender kontrollierter Schlafentzug aber auch positiv auf die Stimmung auswirken. Der Entzug von Schlaf lässt sich deshalb therapeutisch nutzen.

Dafür muss der Patient eine ganze Nacht oder die zweite Nachthälfte und den darauf folgenden Tag wach bleiben. Dadurch kommt es bei vielen Patienten zu einer Stimmungsaufhellung, die ein bis zwei Tage anhält. Durch diese vorübergehende Entlastung schöpfen viele Patienten wieder Hoffnung, dass die Depression unterbrochen werden kann. Meist ergänzt die Wachtherapie andere Therapiemethoden. Dieses Therapieverfahren kommt meist nur unter stationären Bedingungen zum Einsatz.

Elektrokrampftherapie (EKT)

Bei schweren Depressionen, die auf andere Behandlungsversuche nicht anschlagen, kann die Elektrokrampftherapie ein sehr wirksames Verfahren in der Krankenhausbehandlung sein.

Ein kurzer elektrischer Stromstoß löst dabei einen künstlichen epileptischen Anfall aus. Da das Verfahren unter Kurznarkose durchgeführt wird, bekommt der Patient den elektrischen Stimulationsvorgang sowie den Krampfanfall nicht mit. Es sind mehrere Anwendungen, verteilt über bis zu sechs Wochen, erforderlich.

Bei den meisten Patienten, die auf die anderen Behandlungen nicht ansprechen, kann die Elektrokrampftherapie die depressive Phase durchbrechen, auch wenn diese schon Monate oder Jahre andauert. Im Anschluss müssen eine medikamentöse Behandlung und eine Psychotherapie erfolgen, um erneute Rückfälle zu verhindern.

Bewegung und Weiteres

Regelmäßige körperliche Aktivität in Maßen kann den Betroffenen dabei unterstützen, Antriebslosigkeit und Ermüdung zu überwinden. Außerdem steigert Sport das Wohlbefinden und lindert mitunter zusammen mit anderen Therapien die depressiven Symptome.

Weiterhin sind ergänzende Maßnahmen mitunter sinnvoll: zum Beispiel die Ergotherapie, die dabei hilft, die Betroffenen handlungsfähig zu halten, sodass sie alltägliche Situationen meistern können und somit die Lebensqualität steigt. Eine andere unterstützende Form ist die Soziotherapie, die den Patienten in die Lage versetzen soll, seine sozialen Interessen wieder selbst wahrzunehmen. Also zum Beispiel Unterstützungsleistungen, auf die ein Anspruch besteht, auch einzufordern.

Daneben gibt es noch die häusliche psychiatrische Krankenpflege, die psychisch erkrankten Menschen die Pflege zuhause ermöglicht. So können Angehörige einbezogen und das gewohnte Umfeld erhalten bleiben. Wiederholte Krankenhausaufenthalte, die von den Betroffenen und ihren Angehörigen häufig als stigmatisierend empfunden werden, oder der Abbruch von Behandlungen können dadurch vermieden werden. Die häusliche psychiatrische Krankenpflege dient der Stärkung des Selbsthilfepotenzials des Patienten.

Selbsthilfegruppen ermöglichen den Betroffenen (Patienten beziehungsweise Angehörigen) den persönlichen Erfahrungsaustausch.

(Quelle: Techniker Krankenkasse)

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