Wie sieht die medikamentöse Therapie aus?

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Medikamente zur gezielten Behandlung von Depressionen nennt man Antidepressiva.

Diese entfalten ihre Wirkung nicht sofort, sondern mit einer Verzögerung von etwa zwei bis vier Wochen. Erst nach dieser Zeit kann man mit einer allmählichen Linderung der depressiven Symptome rechnen.

Antidepressiva beeinflussen den Stoffwechsel des Gehirns, insbesondere die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin. Sie fördern die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen und regulieren so den aus der Balance geratenen Stoffwechsel. Das wirkt aufhellend auf die Stimmung und lindert Ängste. Mögliche Nebenwirkungen der Therapie sind Kopfschmerzen, Herz-Kreislauf-Beschwerden und Verdauungsprobleme.

Die Auswahl des geeigneten Antidepressivums trifft der behandelnde Arzt abhängig von den Beschwerden, dem Wirkungseintritt sowie anderen körperlichen Erkrankungen und Nebenwirkungen.

Außerdem gibt es Johanniskrautpräparate. Sie eignen sich zur Behandlung der leichten Depression und müssen ausreichend hoch dosiert sein. Sie sind allerdings nicht unumstritten. Denn ihre Wirksamkeit ist nicht so gut belegt wie die der anderen Antidepressiva.

Johanniskraut ist ein pflanzliches Arzneimittel und gilt als "sanftes“ Antidepressivum, kann jedoch durch Wechselwirkungen zu einem Wirkverlust anderer lebenswichtiger Medikamente führen. Die Einnahme sollte daher mit dem Arzt besprochen werden.

Auch wenn die akute Symptomatik abgeklungen ist, sollten die Medikamente über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, da es ein hohes Rückfallrisiko gibt. Es empfiehlt sich eine Weiterbehandlung für vier bis neun Monate.

Anschließend sollte der Betroffene mit dem behandelnden Arzt besprechen, ob eine längerfristige rückfallverhütende Behandlung notwendig ist. Eine solche weitere Behandlung über mehrere Jahre bietet sich beispielsweise dann an, wenn in der Vergangenheit wenigstens zwei Episoden mit schweren Beeinträchtigungen aufgetreten sind.

Antidepressiva haben wie jedes Medikament auch Nebenwirkungen. Häufige Nebenwirkungen sind zum Beispiel Müdigkeit, aber auch Unruhe, Schwindel, Mundtrockenheit, Übelkeit, Verstopfung, Kreislaufstörungen, Kopfschmerzen oder eine Gewichtszunahme. Das Auftreten von Nebenwirkungen ist individuell verschieden und lässt sich nicht vorhersagen.

Inzwischen hat sich die Meinung durchgesetzt, leichte Depressionen nur sehr zurückhaltend mit Antidepressiva zu behandeln. Ihre in Studien nachgewiesene Wirksamkeit ist bei diesem Schweregrad gering, sodass der Nutzen häufig in keinem angemessenen Verhältnis zu den Nebenwirkungen steht.

Insgesamt sollten bei Einsatz von Antidepressiva Risiko und Nutzen sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Dabei sollte der Betroffene wissen, dass Antidepressiva nicht süchtig machen!

(Quelle: Techniker Krankenkasse)

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